Tanz auf Messers Schneide – FP-Arbeit im Alltag

Die BAG Jahrestagung in Freiburg

Der Tagungsort Freiburg für die Jahrestagung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte (BAG) 2017 hätte nicht besser gewählt werden können, steht er doch symptomatisch für die Probleme, die die täglichen Arbeit eines Fanprojekts beeinflussen können. Die sollte sich gleich am ersten Tag der Tagung zeigen.

 

                                  BAG Sprecher Philip Krüger bei der Tagungseröffnung

 

Thematisch stand die Arbeit der Fanprojekte als Jugendhilfeinstitutionen und auch Vermittler von Faninteressen in einem vorwiegend von Sicherheitsaspekten gelenktem Netzwerk im Mittelpunkt. Dass in Freiburg Kommune und Polizei in solchen Fragen einen eher härteren Kurs fahren, mussten ja auch die Bielefelder Fans bei ihrem letzten Gastspiel im Breisgau erfahren. Betretungsverbote, für deren Aussprache die Stadt Freiburg auch noch eine nicht unerhebliche Gebühr von den Betroffenen erhob und Polizeimaßnahmen, die u.a. eine schwer nachzuvollziehende Personalienfeststellung für ca. 60 Personen bedeuteten, stehen hierfür beispielhaft. Eine überaus zweifelhafte Auffassung von der „richtigen“ Arbeit eines Fanprojekts lies denn auch der Leiter des Freiburgen Ordnungsamts bei der tagungseröffnenden Diskussionsveranstaltung durchblicken, sieht er als wichtige Aufgabe doch vor allem, dafür zu sorgen, dass den Ultras der Nachwuchs genommen wird. Welche Probleme auf ein Fanprojekt zukommen, wenn es in einem von solchen Vorstellungen geprägten Umfeld arbeiten muss, liegt auf der Hand. Auch die Vorstellungen von DFB Vizepräsident Koch über die Grenzen und Wirkungsbereiche von Fan- und Jugendsozialarbeit stießen auf wenig Verständnis.

 

Während der erste Tagungstag somit nicht frei von Polemik war, stand der zweite im Zeichen fachlicher Diskussion über Themenbereiche, mit denen auch Fanprojekte in ihrem o.g. Netzwerk zunehmend konfrontiert werden. Kollektivstrafen, Sportgerichtsbarkeit und die zwischen Polizei und Fanprojekten stark differierende Definition von Prävention wurden dabei ebenso in den Blick genommen wie Fragen rund um die Themen Fan- / Ultrakultur, Drogenmissbrauch und auch die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter der inzwischen rund 60 Fanprojekte. Mit der Bearbeitung interner Themen und Wahlen der neuen Bundessprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft der Fanprojekte fand die diesjährige Jahrestagung schließlich am 3. Tag ihren Abschluss.

 

Die neue BAG Bundessprecherin Sophia Gerschel aus Karlsruhe

und der 2. Bundessprecher Christian Helbich aus Jena (stehend).

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